Die Abschaffung des Äthers

An der ein oder anderen Stelle hatte ich bereits eingeflochten, dass man die Hypothese, die Raumzeit mit Tensor-Berechnungen zu Elementarteilchen krümmen zu lassen, als Äthertheorie beschimpfen kann. Ich spreche es auch deutlich aus, wenn ich den Raum als Medium anspreche, welches mittels Verdichtungen die Phänomene der atomaren Prozesse zu erzeugen vermag. Auch sprachlich wäre die Luft des Anaximenes in der unmittelbaren Nähe des Begriffs Äther.

Nun sagt aber bereits das Schulwissen, mit Michelson und Morley wurde der Äther als unhaltbare Theorie erkannt. Die Theorien von Lorentz, Poincaré und Einstein als Spezielle Relativitätstheorie würden dieses Problem gelöst haben.

https://www.leifiphysik.de/relativitaetstheorie/spezielle-relativitaetstheorie/versuche/michelson-morley-experiment

Leider muss ich hier noch einmal ansetzen und dieses Thema ansprechen, weil ich natürlich auf der Seite Einsteins bin. Wie lässt sich also eine ätherartige Hypothese mit Einstein versöhnen? Abgesehen davon, dass Einstein selbst immer wieder mal den Ätherbegriff nicht ganz verteufelte.

Meine Gedanken gehen dahin, dass bei Michelson und Morley ein starres Äther-Feld angesprochen wird, durch welches sich die Erde bewegt. Darin würde man nun also einen Ätherwind erwarten. Und das konnte nicht nachgewiesen werden. Meines Wissens geht dies auf Maxwell zurück. Faraday beispielsweise soll noch einen Raumäther gedacht haben. Ich sehe also darin einen ersten, wichtigen Unterschied, wenn man über einen Ätherwind diskutiert. Wenn sich Verdichtungs-Phänomene des Äthers selbst bewegen, dann stellt sich diese Situation in etwa so dar:

Nun wollen wir ja nach Michelson und Morley ein Interferenzbild beobachten, wie es sich ergeben würden, wenn mit halbdurchlässigen Spiegeln zwei Anteile des Lichts erzeugt werden, in unterschiedliche Richtungen im Raum laufen, um dann wieder zusammengeführt werden. Eine unterschiedliche Geschwindigkeit des Lichts in den Teilrichtungen hätte sich dann im Interferenzmuster bemerkbar machen müssen, insbesondere, wenn man anfängt, die Messapparatur zu drehen.

Wir reden also letztendlich von unterschiedlichen Geschwindigkeiten des Lichts in den Teilstrecken. Wie sieht das nun in der Hypothese aus, in welcher die Atome Teil des Äthers selbst wären? Müsste hier nicht auch von einem Effekt zu sprechen sein, der zu beobachten wäre, wenn sich diese Atome in Bewegung befinden, also beispielsweise das eine Atom einen Lichtimpuls aussendet (natürlich über irgendetwas, was sich in der Elektronenhülle abspielt, ich vereinfache es hier für die Anschaulichkeit), das andere diesen Lichtimpuls absorbiert? Wie sieht dieses Spiel in Bewegung aus, um auf die Spezielle Relativitätstheorie zu sprechen zu kommen? Müsste man hier nicht erwarten, dass es einen Unterschied macht, ob die Atome ruhen und sich das „Lichtteilchen zuwerfen“ oder ob sie parallel zueinander durch den Raum (Äther!) sausen und sich im Flug das Bällchen zuwerfen?

Meine Antwort lautet: Nein, sofern der umgebende Raum als sehr „neutral“ angesetzt wird. Dann nämlich kann man mit Giordano Bruno sagen, in einem unendlichen Raum ist überall eine Mitte. Wir können also hier (weil wir keinen starren Äther ansetzen) das Verfolgungs-Spiel der Atome gleichsetzen mit dem Zustand, wenn die diese Atome nebeneinander ruhend das Ballspiel vollziehen. Es gleicht hier den Gedankenexperimenten, wenn zwei Autos parallel fahren oder insbesondere im Weltraum zwei Objekte in gleicher Geschwindigkeit fliegen würden.

Dieses Sichtweise ähnelt schon sehr dem Ansatzpunkt der Speziellen Relativitätstheorie und dem Begriff der Inertialsysteme.

Der entscheidende Satz war aber, dass der umgebende Raum „neutral“ anzusetzen sei. Das Spiel mit Verdichtungen im Raumäther kommt immer dann ins Wanken, wenn wir uns in einer nennenswerten Krümmung befinden. Bei Michelson und Morley war die Krümmung in horizontaler Ebene hinreichend neutral, was den Krümmungseffekt der Erdgravitation betrifft, von der Krümmung durch die Sonne auf das Messinstrument ganz zu schweigen. Nun weiß ich nicht, ob das Experiment in der nun folgen Weise jemals gemacht wurde oder es an sich unter Physikern keine Überraschung darstellt: Ich postuliere, dass es mit dem Michelson-Morley-Messinstrument ein Interferenz-Phänomen geben wird, wenn man das Experiment vertikal ausführt, also durch Gravitations-Schichten der Erde hindurch, beispielsweise auf den Flügeln einer Windkraftanlage. Oder in einem sehr hohen Gebäude oder in einen sehr tiefen Schacht. Ja, das klingt gut: Man schicke einen Teil eines Lichtstrahls parallel zur Erdoberfläche, einen anderen in die Höhe oder in einen Schacht. Die gleiche Länge wäre ggf. keine Schwierigkeit, wenn man zwei Rohre nebeneinander bei der Fertigung exakt abgeglichen hat.

Wäre das irgendwie originell? Wäre es zumindest für Zweifler ab der Raumkrümmung beeindruckend? 

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