Gruselkabinett Antirealismus

Die Aussagen kann ich leider nicht einmal in die Rubrik „Pro Quantentheorie“ aufnehmen. Der erste Teil mit der Pointe ‚Nobelpreis‘ ist immerhin sehr amüsant.

Hans-Peter Dürr: Es gibt keine Materie! (2. Auflage 2012)

S. 20 ff.

HPD: […] An diesem Punkt greife ich dann zu meinem berühmten Kartenspiel. Ich lege es auf den Tisch und decke immer wieder eine Karte auf. […] Dann tritt die Frage auf, ob es nicht irgendeine Regelmäßigkeit gibt. Herz Ass, Herz 2, usw. Aha, dei Welt ist aus Herzen zusammengesetzt! Das ist schon eine schöne Erkenntnis, aber dafür gibgt es noch keinen Nobelpreis. Also wird weiter überlegt. Herz Ass, Herz 2, Herz 3. Aha, die Welt ist aus Herzen zusammengesetzt und vermehrt sich um eins. Also prophezeit an in die Zukunft: Herz 4 ist die nächste; und dann Herz 5. Phantastisch! Nobelpreis! Dann kommt man bei Herz 10 an und prophezeit die nächste Karte ist Herz 11. Doch plötzlich funktioniert es nicht mehr – es kommt der Herzbube. Man ist irritiert und nimmt die nächste Karte: Herz Dame! Und denn der Herz König. Man ist weiter irritiert und fängt wieder von vorne an: Pik Ass, Pik 2 usw. Das Herz ist verschwunden, aber es gibt eine neue Ordnung – und wieder einen neuen Nobelpreis – für die Verfeinerung der Zukunftserkenntnis. […]

HPD: […] Wir sind jetzt wieder bei meinem Kartenspiel: Es gibt weder den Stapel noch die richtige Reihenfolge der aufgedeckten Karten! In Wirklichkeit ist es so, dass in jedem Augenblick die nächste Karte neu aufgemalt wird.

 

Die Quantentheorie besagt, dass es diese angenommene strenge Gesetzlichkeit, diese vorgegebenen Regeln und Gebote gar nicht objektiv gibt. Die Zukunft ist offen. Sie ist nicht beliebig offen, aber unendlich offen. […] Doch es gibt eine Offenheit, die unendlich offen ist. In dieser Offenheit finden wir allerdings eine Tendenz, die gleichsam in sie eingebaut ist, und diese Tendenz darf nicht zerstört werden.