Schrödinger: Die relativistische Psi-Wellenfunktion

Wer Schrödingers eigene Sicht auf seine Formel abwerten will, der betont wie beispielsweise Dr. Gaßner (Urknall, Weltall und das Leben), dass diese ja nicht einmal relativistisch gewesen sei. Das wird Schrödinger aber nicht gerecht, denn er wollte zuerst sehr wohl gleich eine relativistische Formel liefern.

Hier ein Beleg von Prof. Audretsch, dem Übersetzer des Buchs „Space-Time Structure“ im Nachwort:

Weniger bekannt ist, daß Schrödinger sich sein ganzes Leben hindurch intensiv mit den Problemen der Relativitätstheorie befaßt hat. Auch sein erster Zugang zur Quantenmechanik bestand tatsächlich konsequenterweise zunächst in der Aufstellung einer relativistischen Wellengleichung mit Massenterm. Schrödinger formulierte als erster die heute so genannte ,,Klein-Gordon-Gleichung“. Mit ihrer Anwendung auf die Energieniveaus des Wasserstoffatoms scheiterte er aber. Die Feinstruktur wurde falsch wiedergegeben, da — wie wir heute wissen — Schrödingers relativistische Gleichung Teilchen ohne Spin beschreibt. Enttäuscht verwarf Schrödinger diese Gleichung, rechnete die weniger ambitionierte unrelativistische Version durch und hatte den bekannten durchschlagenden Erfolg.

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