Gustav Mie – Äther ist der physikalisch wirksame Raum

Gustav Mie: Die Grundlagen der Mechanik (1950)

S. 34 

Damit man sich vorstellen kann, dass der Raum selbst Kräfte ausübt, muss man ihn als eine physikalische Wirklichkeit, als ein Etwas, das in die materiellen Vorgänge eingreifen kann, auffassen. Nun versteht man aber meistens unter dem Wort „Raum“ keine physikalische Wirklichkeit, sondern nur das rein mathematische Ordnungsschema der Dinge. Um das physikalisch Wirkende, welches wir auch mit dem Namen „Raum“ oder „leerer Raum“ bezeichnen, deutlich als solches zu kennzeichnen, hat man ihm einen besonderen Namen gegeben, den Namen Äther oder auch Weltäther. Man versteht also unter dem Namen „Äther“ nicht etwa einen „hypothetischen Stoff“, wie man leider manchmal lesen kann, sondern einfach dasselbe, was wir auch den „leeren Raum“ oder kürzer, „das Leere“ nennen, insofern es sich in physikalischen Wirkungen, beispielsweise in Kraftwirkungen, als physikalische Wirklichkeit erweist.

Dies ist identisch zu meinem Äther-Verständnis (und wie ich auch Anaximander, Anaximenes und Parmenides verstanden sehen will).

Insofern könnte auch Einstein vom Äther sprechen, denn diese Auffassung gleicht vielen Aussagen Einsteins vom neuen Verständnis des Raums.

Noch besser gefällt mir (wer hier schon viel gelesen hat, der weiß es) der Begriff „das Kontinuum“ als Repräsentation des wirkenden Raums. Und hat diesen Begriff nicht auch Einstein gern benutzt? Und ggf. schon Anaximander: to apeiron?!